Damit die Ersten nicht die Letzten sein werden

Während Datenqualität heute bereits ein intensiv bearbeitetes Thema ist, wird die Beschäftigung mit Einheitlichkeit und Konsistenz die Voraussetzung für zukünftige Wettbewerbsvorteile sein

Vor Jahrzehnten schuf die Finanzbranche erstmals große integrierte Systeme und erreichte damit eine Vorreiterrolle bei IT-gestützten Geschäftsprozessen. Die Herausforderung ist, die heute daraus entstandene Vielfalt an Systemen und Technologien so integrativ wie nur irgendwie möglich weiter zu entwickeln.

Wie in vielen Bereichen des täglichen Lebens ist auch im Bankgeschäft die Wahrnehmung nicht zu leugnen, dass das Geschäft immer schneller wird und an vielen Stellen ganz andere Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit von Mitarbeitern und Prozessen gestellt werden als noch vor wenigen Jahren. Die Auswirkungen stellen sich je nach Bereich unterschiedlich dar. Vom extremen Beispiel des Sekundenhandels über die mit SEPA verkürzten Fristen im Zahlungsverkehr bis hin zu den kürzeren Abgabe- oder Veröffentlichungsfristen für aufsichtliche Meldungen und Geschäftszahlen ist aber der Trend zu „weniger Zeit“ für gleiche oder höhere Qualität unzweifelhaft erkennbar.

Alle Geschäftsbereiche der Banken sind daher heute abhängig von leistungsfähigen IT-Systemen und technischen Datenhaushalten. Ohne eine hochwertige Infrastruktur zur Verarbeitung und Haltung aller Kunden-, Geschäfts- und Marktdaten kann keine Abteilung heute noch zielführend und damit profitbringend ihre Aufgaben erfüllen. Dies gilt für alle Bereiche vom Kundenkontakt und Handel über die Backoffices bis in die nachgelagerten Querschnittsfunktionen im Accounting, Risk Control, Treasury und Reporting. Immer wichtiger wird dabei neben einer hohen Qualität, mit der Informationen vorliegen müssen, auch die Konsistenz der Daten in den verschiedenen Bereichen.

Bedingt durch die Tatsache, dass die Banken in den frühen Jahren der elektronischen Datenverarbeitung Vorreiter waren und schon vor anderen Industriezweigen IT- Systeme eingeführt haben, ist die Anwendungslandschaft vieler Institute heute zum Teil sehr alt und zersplittert. Einerseits waren frühere Systeme weniger leistungsfähig und damit nur in einem eng begrenzten Bereich eingesetzt, andererseits wurden oft punktuell Systeme ausgetauscht, was zu komplizierten Architekturen und vielen unabhängigen Datenflüssen führte. Eine vollständige Vereinheitlichung ist aufgrund des gewachsenen Umfangs in keinem größeren Haus auf kurze Sicht möglich, aber dennoch sind Qualität und Konsistenz unabdingbar. Im Hinblick auf diese Punkte lege ich in meinen Projekten großen Wert darauf, auf bestehende Daten aufzubauen und diese zu konsolidieren, anstatt – wie es leider zu oft geschieht – für einen neuen Zweck den nächsten neuen Datentopf und das nächste solitäre System zu erstellen.

Weitere Artikel

Warum die Bankenregulierung in Wahrheit eine IT-Regulierung ist

Lesen

Der Linken sagen, was die Rechte tut

Lesen